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Liebe Freund*innen vom RadEntscheid Essen,
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wir wünschen euch allen ein wirklich gutes 2026 und präsentieren euch den ersten Newsletter in diesem Jahr.
Es wurde Winter in Essen und die Fahrbahnen waren geräumt. Wie die Radwege aussahen, berichten wir euch am Anfang dieses Newsletters. Im Anschluss starten wir eine kleine Serie, in der wir uns kritisch mit dem Koalitionsvertrag des neuen CDU/SPD-Stadtrates auseinandersetzen. Im Koalitionsvertrag wird eine Neuausrichtung des Mobilitätsplans für Essen angekündigt. Interessante Details dazu findet ihr auch in diesem Newsletter. Die Planung bzw. den
Downgrade der Eleonorastraße von Fahrradstraße zur Fahrradzone thematisieren wir ebenfalls. Natürlich beschäftigt uns auch die Sperrung der Grugatrasse. Hierzu haben wir eine Petition gestartet, eure Teilnahme gibt uns den nötigen Rückhalt. Aber damit noch nicht genug: Die Planungen zu den Fahrradstraßen in Katernberg und Huttrop sind veröffentlicht, mit ihnen setzen wir uns auseinander. Abschließend laden wir zum Frostpendeln ein und fragen, ob die Autostadt Essen Heimat für autolose Menschen sein kann.
Mit radelnden Grüßen
Gudrun, Hendrik, Heino, Joerg, Simon, Roman und Anna Laura
für den RadEntscheid Essen
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Der Winterdienst im Hauptroutennetz wurde für dieses und nächstes Jahr in zwei getrennten Aufträgen vergeben. Los 1: Winterdienst auf dem Hauptroutennetz Fahrrad – Fahrbahnen, Los 2: Winterdienstarbeiten auf den Radverkehrsanlagen. Leider wissen wir nicht, ob an einen Dienstleister oder zwei verschiedene. Was wir aber ganz bestimmt wissen ist, dass das Räumen der Radinfrastruktur auch in diesem Winter überhaupt nicht funktioniert hat.
Beschreibung:
Es besteht die Aufgabe in der Zeit vom 01. Dezember 2025 bis einschließlich zum 15. April 2026 und vom 01. November 2026 bis einschließlich 15. April 2027 Verkehrsgefährdungen und Verkehrsbehinderungen infolge winterlicher Einflüsse zu vermeiden oder, sofern dies nicht möglich ist, zu beseitigen oder zu reduzieren. Dies bedeutet, dass der Winterdienst so frühzeitig und so durchgängig wie möglich durchgeführt werden soll, so dass innerhalb der Hauptverkehrszeit von 6:00 h bis 22:00 h das RH geräumt ist.
Nach 22:00 Uhr entstandene Glätte bzw. gefallener Schnee ist bis zum Beginn der Hauptverkehrszeit des folgenden Tages zu beseitigen. Das bedeutet, dass der Winterdienst schon in der Nacht vor 6:00 Uhr beginnen muss.
Ziel des Winterdienstes ist es, die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Fahrbahnen und Radverkehrsanlagen für den Radverkehr zu gewährleisten.
Realität:
So sieht’s aus
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Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD Essen zur Zusammenarbeit im Rat der Stadt Essen für die Ratsperiode 2025 – 2030
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Mit diesem Newsletter starten wir eine kleine Serie zum Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD. Dieser wurde kurz vor Weihnachten präsentiert und ist z. B. hier
www.spdessen.de/wp-content/uploads/sites/332/2025/12/Koalitionsvertrag_SPD-CDU_Essen_2025-20230.pdf
abrufbar. Das Kapitel “Radverkehr” beginnt auf Seite 10. Im Folgenden die für den Radverkehr relevanten Abschnitte im Volltext und unsere Einschätzungen dazu:
Radverkehr
Wir wollen eine zukunftsorientierte, realitätsnahe Weiterentwicklung der beschlossenen Maßnahmen des RadEntscheids – mit dem Fokus auf alltagstaugliche und pragmatische Lösungen. Wir wollen lange Planungsprozesse vermeiden und Verteilungskämpfe um Verkehrs- und Parkraum hinter uns lassen.
Unter “alltagstaugliche(n)” Lösungen wird sicher nicht eine Reduzierung des Autoverkehrs verstanden, die notwendig wäre, wenn der vom Rat der Stadt Essen beschlossene Modal Split von 4 x 25 % bis 2035 (75 % der Wege sollen mit Bus & Bahn, Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden, nur noch 25 % mit dem motorisierten Verkehr) umgesetzt werden soll. “Pragmatische Lösungen” kennen wir nur zu gut. Hierzu gehören z. B. die sogenannten „Schutzstreifen“, die leider mit ihren gestrichelten Linien keinen Schutz bieten. Ganz im Gegenteil, viele Autofahrende überholen neben einem Schutzstreifen noch enger als auf Fahrbahnen ohne diese Markierungen.
Und “Verteilungskämpfe um Verkehrs- und Parkraum” sollten wirklich mit einer klaren Ansage beendet werden. Der Autoverkehr wurde in den letzten Jahrzehnten in Essen hoffnungslos priorisiert. Der Flächenbedarf des Autoverkehrs steigt weiter, weil die Anzahl der angemeldeten Autos ungebremst weiter steigt. Statistisch benötigt jedes Auto 1,5 Parkplätze. Ein Parkplatz braucht 10 bis 12 qm. Die Fläche des Stadtgebietes ist aber begrenzt. Das kann auch die CDU-/SPD-Koalition nicht ändern. Auf einen Autoparkplatz passen 5 Fahrradabstellplätze. Und auf der Straße brauchen die Menschen mit dem Fahrrad oder im ÖPNV weitaus weniger Fläche als der Autoverkehr. Den Rad- und Fußverkehr sowie den ÖPNV zu stärken, kann diesen endlosen Flächenfraß des MIV beenden und die Stadt den Menschen zurückgeben.
Die Sanierung, Einrichtung, Führung und Vernetzung von Radwegen und Fahrradstraßen, die klare Trennung von Fuß- und Radverkehr sowie sichere Abstellmöglichkeiten haben für uns höhere Priorität als überhöhte Standards, deren Nutzen nicht den Kosten entspricht.
Schön, dass die Vernetzung von Radwegen und Fahrradstraßen in den Fokus der Lokalpolitik rückt, darauf warten wir schon lange. Gleiches gilt für die Trennung von Fuß- und Radverkehr. Radfahrende möchten Zufußgehende nicht gefährden. Das sind jedoch aus unserer Sicht Mindestanforderungen, die die Stadt seit Jahren ignoriert, sowie unsere diesbezüglich gebetsmühlenartig vorgetragenen Forderungen. Jetzt sollen diese Mindestanforderungen umgesetzt werden, dafür müssen wir aber auf “überhöhte Standards” verzichten, “deren Nutzen nicht den Kosten entspricht”. Auch hier fehlt eine Konkretisierung, was “überhöhte Standards” sind, aber hierzu gehören sicherlich baulich getrennte Radwege, Beleuchtung von Radwegen sowie direkte Querungsmöglichkeiten im Kreuzungsbereich für den Radverkehr.
In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass im Koalitionsvertrag die kostenintensiven Autoverkehrsprojekte A40-Deckelung und die Untertunnelung der Gladbecker Straße als umzusetzende Verkehrsprojekte genannt werden. Ob deren Nutzen den Kosten entspricht, sei dahingestellt.
Wir binden die bestehende Fahrradinfrastruktur besser in das Gesamtverkehrsnetz ein, schließen Lücken und sorgen für eine eindeutige Beschilderung. Wir setzen uns dafür ein, dass der Radschnellweg auf Essener Stadtgebiet zeitnah fertiggestellt wird.
Zum 3. Mal wird auf den Lückenschluss hingewiesen. Wenn man nicht viel zu vermelden hat, muss das Wenige wiederholt werden. Die Beschilderung des Radverkehrs ist bereits sehr gut. Diese zu verbessern wäre vor allem medienwirksame Kosmetik. Die Fertigstellung des Radschnellwegs auf Essener Stadtgebiet wäre sicher ein Fortschritt, schließlich warten wir “erst” seit 10 Jahren darauf. Begrüßen würden wir außerdem, wenn die Stadt sich stark macht für die Fertigstellung des RS1 auch außerhalb der Essener Stadtgrenzen.
Ein Fahrradparkhaus im Umfeld des Essener Hauptbahnhofs, funktionsfähige Fahrradboxen an Verkehrsknotenpunkten sowie bewachte Radstationen mit Service – auch im Rahmen sozialer Projekte – werden wir realisieren, um das Radfahren in Essen alltagstauglicher zu machen.
Ja, wir warten dringend auf ein Fahrradparkhaus am Bahnhof. Der aktuelle Ersatz der Fahrradstation der Diakonie, die vor mehr als einem Jahr geschlossen wurde, liegt an der Weiglestraße und ist vom Bahnhof zu weit entfernt. Die Nachfrage ist entsprechend verhalten. Aktuell plant die Stadt im Parkhaus der Fa. Contipark an der Freiheit am Südausgang für 650 Fahrradstellplätze die unteren beiden Etagen anzumieten. Das klingt super! Es fehlt nur eine gute Anbindung an das Radwegenetz, denn die Zufahrt soll an der Ostseite des Gebäudes gebaut werden, dort verläuft leider kein Radweg. Schade eigentlich!
Wir werden den Bernetunnel einer umfassenden verkehrlichen Neubewertung unterziehen, um seine Leistungsfähigkeit, Sicherheit und städtebauliche Einbindung zeitgemäß weiterzuentwickeln. Dabei soll insbesondere geprüft werden, inwieweit die bestehenden Betonfahrzeugrückhaltesysteme (Betonleitwände) entfallen oder durch alternative, verkehrsflussfreundlichere Lösungen ersetzt werden können. Ziel ist eine optimierte Verkehrsführung, die sowohl die Sicherheit gewährleistet als auch die räumliche Qualität und Nutzbarkeit des Tunnels verbessert.
[…]
Das bedeutet: Die den Radverkehr schützenden Betonleitwände werden abgerissen! Sie sollen durch “verkehrsflussfreundlichere Lösungen” ersetzt werden. Der Verkehrsfluss des Radverkehrs ist damit sicher nicht gemeint – der fließt tatsächlich gut im Bernetunnel. Auch die “optimierte Verkehrsführung” gilt sicher nicht für den Radverkehr.
Das bedeutet, dass einer der wenigen baulich getrennten Zweirichtungs-Radwege, der die wichtige Verknüpfung vom Bahnhof zur Schützenbahn gewährleistet, zerstört wird. Wie die zukünftige Lösung für den Radverkehr aussehen soll, wird nicht mitgeteilt. Wir sind schockiert!
Mehr dazu im nächsten Newsletter und
hier auf unserer Website
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Planung: Downgrade Eleonorastraße von Fahrradstraße zu Fahrradzone
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(Foto: Stadt Essen)
Die Verwaltung kommunizierte den geplanten Umbau der Radinfrastruktur in der
Eleonorastraße
an die Politik. Wir haben die aktuellen Pläne unter die Lupe genommen.
Positiv ist die Verbesserung der Kreuzung Eleonorastraße/Sabinastraße: Die Umgestaltung der Kreuzung Eleonorastraße/Sabinastraße ist zu begrüßen. Durch die neue Fahrradfurt können Radfahrende nun sicher und komfortabel die breite Straße überqueren. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Hauptroutennetzes für den Radverkehr. Die neue Fahrradfurt ermöglicht es Radfahrenden, die andere Straßenseite in einer Grünphase zu erreichen, was die Sicherheit und den Komfort für Radfahrende erhöht.
Verbesserungsfähig wäre an der o.g. Kreuzung die Anbindung an die Fahrrad-Furt: Für Radfahrende aus östlicher Richtung ist keine direkte Zufahrt zur neuen Fahrrad-Furt geplant. Hier sollte eine Anpassung erfolgen. Nach der Planung müssten Radfahrende aus östlicher Richtung eine enge Schikane fahren. Bei Laub oder Glätte ist das nicht so toll. Dies ist nicht nur unkomfortabel, sondern auch gefährlich. Wir fordern die Stadt auf, eine bessere Anbindung an die Fahrrad-Furt zu schaffen, um die Sicherheit und den Komfort zu erhöhen.
Kritik am fehlenden Fahrradstraßen-Update Eleonorastraße: Die Herabstufung der Eleonora-Fahrradstraße soll Teil der Fahrradzone werden. Dies widerspricht den Radentscheid-Zielen, welche eine qualitative Aufwertung bestehender Fahrradstraßen und die Einrichtung zusätzlicher Fahrradstraßen und -zonen vorsehen. Die Herabstufung der Fahrradstraße sorgt nicht für eine Qualitätsverbesserung und zementiert die geringe Sicherheit für Radfahrende – mit Geldern der Fahrradförderung, also auch unseren Steuergeldern. In der Planungsvorlage wird erläutert, dass auf nationaler Ebene Standards zur Gestaltung von Fahrradzonen noch nicht klar festgelegt sind. Wir gehen davon aus, dass Fahrradzonen den -straßen z.B. im Kontext von Sicherheit gleichgestellt sind. Die Stadt sieht das anders, sie hat sogar einen eigenen Standard (“Essener Standard”) festgelegt. In der aktuellen Planung wird zusätzlich noch vom eigenen Standard nach unten abgewichen, indem „geduldete“ Stellplätze kommen sollen. Eine weitere Möglichkeit für sicheres, geordnetes Zusammenleben wird vertan.
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Im September 2025
hatten wir vehement eingefordert, dass der Mobilitätsplan, der sich seit 2020 in Erstell-Prozess befindet, endlich auf den Tisch kommt und politisch beschlossen wird.
Wir waren der Überzeugung, dass es auch noch gegen Ende des gesamten Prozesses Punkte gibt, die unbedingt zu kritisieren sind, allerdings aufgrund der anstehenden Neuwahlen nichts Besseres kommen wird.
Leider müssen wir konstatieren, dass wir Recht hatten. In der Dezember-Sitzung des Ausschusses für Verkehr und Mobilität wurde der TOP geschoben und mittlerweile ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD festgelegt, dass er neu ausgerichtet werden soll – und das bestimmt nicht so wie vorgegeben.
Die Stadt Essen muss nämlich bis Ende 2027 einen Mobilitätsplan unter Berücksichtigung von SUMP-Prinzipien (Englisch: Sustainable Urban Mobility Plan) erstellen. Eine nachhaltige urbane Mobilitätsplanung setzt den Fokus auf Menschen und nicht auf den Verkehr. Die primären Zielsetzungen sind Erreichbarkeit und Lebensqualität, darunter soziale Gerechtigkeit, Gesundheit und Umweltqualität sowie wirtschaftliche Lebensfähigkeit. Außerdem wird die integrierte Entwicklung aller Verkehrsträger und Verlagerung hin zu nachhaltiger Mobilität gefordert. (Quelle: SUMP-Leitlinien,
https://zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/
)
Wir sind gespannt, wie diese Ziele mit der im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Auto-über-alles-Politik in Einklang zu bringen sind. Vielleicht wachen die politisch Verantwortlichen dann auf, wenn keine Fördergelder mehr fließen, die zukünftig an einen nachhaltigen Mobilitätsplan gekoppelt sein werden.
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Ergebnisse neuer Modal Split: Aktive Mobilität steigt deutlich, Auto und ÖPNV sinken recht deutlich
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Quelle: Stadt Essen,
Haushaltsbefragung Mobilität 2024/25
Lange erwartet hat die Stadt Essen im Dezember nach 6 Jahren neue Daten zum Modal Split veröffentlicht. Die
Ergebnisse der Haushaltsbefragung zur Mobilität können hier nachgelesen werden.
Die Ergebnisse kurz zusammengefasst: Der MIV (motorisierter Individualverkehr) sinkt von 55% 2019 auf 52% 2025. Der Anteil der aktiven Autofahrer (die also selber am Steuer sitzen) sinkt sogar von 47% auf 42% (d.h. es gibt mehr Mitfahrer). Der Radverkehr steigt von 7% auf 10% (+3). Der Fußverkehr steigt von 19% auf 21% der zurückgelegten Wege. Bus und Bahn (ÖV) sinken von 19% auf 17%.
Wie ordnen wir die Ergebnisse ein?
Es handelt sich um eine methodisch sehr aufwändige Haushaltsbefragung, an der 4000 Essener Haushalte teilgenommen haben und die repräsentativ ist.
In den Bereichen, die bisher in der Essener Verkehrspolitik dominieren – dem MIV und dem ÖPNV – sind die Zahlen gesunken, am deutlichsten bei den aktiven Autofahrern: Hier sinkt der Anteil um 10,6 % auf 42 %, und beim ÖPNV findet bedauerlicherweise eine Abnahme in ähnlicher Höhe statt auf 17 %.
In den vernachlässigten Bereichen – dem Fuß- und Radverkehr – für die die Stadt Essen in den letzten Jahren am wenigsten getan hat, steigen die Anteile um 42,9 % beim Radverkehr und um 10,5 % beim Fußverkehr.
Die Ergebnisse bedeuten aus unserer Sicht ein Abstimmen „mit den Füßen“ aus der Bevölkerung: Die Essener bewegen sich viel stärker aktiv mit dem Fahrrad und zu Fuß und weniger mit Auto (MIV) und Bus und Bahn (ÖV). Das belegt die verfehlte Verkehrspolitik von Stadtrat und Stadtverwaltung in Essen. Es wird weiter die autogerechte Stadt ausgebaut – diesen Spirit atmet auch der neue Koalitionsvertrag von CDU und SPD. Beim Radverkehr wurde der vom Rat der Stadt Essen 2020 mit großer Mehrheit von CDU, SPD, Grünen, Linken usw. beschlossene RadEntscheid praktisch nicht umgesetzt, der Fußverkehr komplett vernachlässigt, dann aber gerne in Sonntagsreden etwa von OB Kufen als besonders förderungswürdig erwähnt.
Fazit: Trotz verfehlter Verkehrspolitik steigt der Radverkehr deutlich. Was wäre erst möglich, wenn Radfahren ernsthaft gefördert würde und Ratsbeschlüsse wie der RadEntscheid umgesetzt oder Maßnahmen für die beschlossenen Modal-Split-Ziele auch ergriffen würden?
Dass eine deutliche Steigerung möglich ist, zeigen die Vergleichswerte sowohl der Metropolen in Stadtregionen als auch der bundesweite Durchschnitt: die Fahrrad-Nutzung in Essen liegt deutlich darunter. Ebenso ist der Anteil des Autoverkehrs auf kurzen Strecken, der sich sehr leicht auf den Radverkehr verlagern ließe, sehr hoch.
So wird das nichts mit einer “ideologiefreien” Mobilitätspolitik, die den Essener*innen eine gute Mobilität entsprechend “ihrer Bedürfnisse” ermöglicht. Denn auch das ergibt die Studie: 22 % aller Essener Haushalte haben keinen Pkw.
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Bericht: Veranstaltung des Bürgerforums RÜ zu Superblocks
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(Foto: RadEntscheid Essen)
Mitte Januar war es soweit: Die Sperrung der Grugatrasse in Rellinghausen (Höhe Supermärkte) ist aufgebaut. Angesetzt für ca. 6 Monate. Die Umleitung führt – wie befürchtet – über die stark befahrene Frankenstraße inklusive Tram-Schienen statt über sicherere Nebenstraßen. Nur die Betroffenen selbst wollte niemand fragen. Stattdessen haben die Verantwortlichen sich für die billigste Lösung entschieden.
Selbst im Winter wird die Trasse von täglich über 1.000 Radfahrer*innen genutzt, Fußgänger*innen werden dabei gar nicht gezählt. Vermutlich wären es noch mehr, wenn die Trasse auch von Eis und Schnee befreit werden würde.
800 Menschen haben sich bereits unserer Petition angeschlossen – darin fordern wir unter anderem eine alternative Umleitungsstrecke. Hast du schon unterschrieben? Wir wollen deutlich machen: Radfahren ist kein Randthema. Lasst uns unsere Stimmen bündeln:
openpetition.de/!grugatrasse
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Fahrradstraßen-Planungen endlich veröffentlicht
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Die Stadtverwaltung veröffentlichte die Planungen von Fahrradstraßen in
Katernberg
und
Huttrop
. Das ist prinzipiell sehr gut. Für das bereits 2019 formulierte Ziel, bis Ende 2025 alle Lücken geschlossen zu haben (Vorgang 0956/2019/6, Bekräftigung in der Umsetzungsstrategie zum RadEntscheid Anfang 2021 (Vorgang 0361/2021/6)), kommen die aktuellen Planungen aber viel zu spät. Die Begleittexte der Planungen sind – vorsichtig gesagt – auf viel politischen Gegenwind vorbereitet. Ob und vor allem wann diese Planungen schließlich Realität werden, ist noch völlig offen.
In der Vergangenheit wurden die Maßnahmen bereits verzögert: Die Diskussion der Planungen wurde aus der ursprünglich geplanten politischen Sitzung in die nächste verschoben. Die aktuelle Stadtregierung zeigt damit, dass sie andere Prioritäten als nachhaltigen Verkehr im Stadtgebiet hat. Dabei geht es nicht einmal um einen Beschluss, sondern lediglich darum, dass die Planungen weiter bearbeitet und diskutiert werden. Zusätzlich ist nicht nachvollziehbar, warum die Planungsdokumente ein Jahr in der Schublade lagen. Die Planungen sind auf Dezember 2024 datiert. Erst jetzt wurde versucht, den politischen Abstimmungsprozess zu starten.
An dem langsamen Tempo wird sich in Zukunft auch wohl nichts ändern: Voraussichtlich wird ein Interfraktioneller Arbeitskreis (IFAK) eingerichtet, um die Planung zu diskutieren. Wörtlich heißt es im Text: „[Es] soll in dem Arbeitskreis insbesondere geprüft werden, ob für diese Radverkehrsanlage Verbesserung, ohne erhebliche Nachteile für weitere Verkehrsteilnehmer entstehen kann.“ Wir erinnern kurz daran, dass mal ein “Essener Standard” für Fahrradstraßen diskutiert wurde, um dauerhafte Diskussionen zu vermeiden. Nun wird aller Voraussicht nach im IFAK unter Ausschluss der Öffentlichkeit darüber weiterdiskutiert, wie die nächsten #NennMichNichtFahrradstraßen aussehen könnten, denn bei vielen Beteiligten wird das legale und illegale Parken von Autos höher gewichtet als die Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs.
Wir fordern, dass die Diskussion über die weitere Planung öffentlich stattfindet und dass die Verwaltung und insbesondere die Politik transparent und offen mit den Bürgerinnen und Bürgern umgeht. Demokratie lebt von Teilhabe.
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Zuwachs beim Essener Lastenrad
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Wir haben wieder Zuwachs: neu ist eine
Carla Cargo
mit mobiler Musikanlage: Der rollende Fahrradanhänger mit Soundanlage und Solarpanele wird in Kürze ausleihbar im
Labor 519
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Nach einer kleinen Einweisung ist es möglich, die Musikanlage entweder mit Netzstrom oder im Sommer über Solarpanele zu versorgen. Mehr Bilder und Infos folgen in Kürze. Gesucht wird noch ein solides “Kompaktrad” als Zugfahrzeug, das für Menschen mit verschiedenen Körpergrößen funktioniert. Der Hänger hat einen E-Antrieb, aktuell lohnt sich die Ausleihe also nur im Stadtteil.
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Halbzeit beim Frostpendeln
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Mehr als die Hälfte des Frostpendeln-Zeitraums liegt bereits hinter uns, ein perfekter Zeitpunkt eure Kilometer ein-, bzw nachzutragen! Unser Team liegt aktuell (16.01.2026) auf Platz 6 der Rangliste mit gut Luft nach oben. Auch ist es immer noch möglich jederzeit einzusteigen: Jeder Kilometer zählt! Also rein da:
https://frostpendeln.de/team-2/?t=24383
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Heimat Essen? Beitrag von Gudrun
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Essen ist meine Wahlheimat. Gebürtig vom Niederrhein habe ich mich bereits Anfang der 80er in das Ruhrgebiet und seine Menschen verliebt. Es hat dann aber noch bis Ende des letzten Jahrtausends gedauert, bis ich endlich in Essen sesshaft wurde. Meine Vision war es, in Essen alt zu werden und hier zu bleiben. Die Großstadt mit der grünen Lunge hatte es mir angetan. Mittlerweile sehe ich meine Zukunft hier leider nicht mehr.
Zu Beginn des Jahrtausends war der Autoverkehr zwar schon hoch, aber noch moderat. Parken auf dem Gehweg war noch die Ausnahme. Als ich damals mit dem Rad unterwegs war, fühlte ich mich auch im Autoverkehr und ohne Radwege durchaus sicher.
Heute ist das anders. Der Autoverkehr hat deutlich zugenommen, die Gehwege sind in der Regel zugeparkt und Fahrradfahren ist in Essen die sprichwörtliche Hölle auf Erden. Sichere Radwege sind nach wie vor Mangelware. Natürlich gibt es in Essen Radwege, z. B. in Kombination mit Gehwegen, als Schutzstreifen oder Radwege mit defekter Asphaltdecke. Aber gut ausgebaute, sichere Radwege nur für Radfahrende sind immer noch Mangelware. Aktuell muss ich auf dem Fahrrad die zunehmend aggressiven Autofahrenden ertragen, mich eng überholen und/oder schneiden lassen und im Bereich der Kreuzungen eine Abgaslast einatmen, die ihresgleichen sucht. Hilfe erfahre ich weder durch die Stadtplanung, noch durch die Ordnungsbehörden. Die offensichtlichen Verkehrsverstöße gegen den Rad- und Fußverkehr sind nicht von Interesse. Sie werden nicht geahndet und den Autofahrenden wird freie Bahn gewährt.
Und nicht nur das: Seit ich in Essen lebe, wurden große Bauprojekte für den Autoverkehr erfolgreich umgesetzt, aber der Radverkehr dabei sträflich vernachlässigt. So z. B. die Brücke in Essen-Werden, der Berliner Platz und der Berthold-Beitz-Boulevard. die mit mindestens 4 Spuren für den Autoverkehr ausgestattet sind, aber der Radverkehr wird zum großen Teil auf den Gehweg verbannt.
Die ebenfalls in den letzten Jahren eingerichteten Fahrradstraßen sind ALLE für den Autoverkehr freigegeben, obwohl die Mehrzahl der Fahrradstraßen für den Autoverkehr gesperrt sein müsste. Der Dauerbrenner Rü zeigt sehr deutlich, wie stiefmütterlich der Radverkehr trotz des im Rat beschlossenen Radentscheids in Essen behandelt wurde. Und die neue Koalition stellt auch die wenigen Errungenschaften jetzt in Frage.
Ich bin seit 2017 autolos und bewege mich nur noch mit dem ÖPNV und dem Fahrrad durch diese Großstadt, in die ich mich vor 20 Jahren verliebt habe. Ich beginne es zu hassen. Ich frage mich heute, wie ich als Rentnerin in dieser Stadt ohne Auto sicher mobil sein soll.
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Für unsere Arbeit für ein sicheres und durchgängiges Radwege-Netz mit hoher Qualität benötigen wir eure Unterstützung. Aktuell prüfen wir Möglichkeiten, auf dem Rechtsweg unseren Forderungen zur Umsetzung des Bürgerbegehrens RadEntscheid Essen, das der Stadtrat 2020 mit großer Mehrheit beschlossen hat, das die Stadt Essen aber seitdem nur in Bruchteilen umgesetzt hat, mehr Nachdruck zu verleihen. Desweiteren sammeln wir noch für unsere Klausurtagung im nächsten Jahr. Wenn Ihr Lust habt und die Möglichkeit, uns dabei mit einer Spende zu unterstützen, freuen wir uns sehr und bedanken uns bereits im Voraus.
https://www.betterplace.org/de/projects/75219?wirwunder=95
Alternativ könnt ihr eure Spende natürlich auch direkt auf das Konto der IfN mit
Stichwort: “REE Rechtsweg” überweisen:
IBAN: DE19 4306 0967 1033 9809 00
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Das Social-Media-Team bespielt aktuell die Plattformen
Youtube
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Facebook
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Twitter/X
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Telegram
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Bluesky
und
Instagram
. Wir finden, da geht noch mehr!
Bist du auf einer SocialMedia-Plattform aktiv und kannst dir vorstellen, den RadEntscheid nach außen zu tragen? Wie gefällt dir die Idee, eigenständig ein Profil für den RadEntscheid zu entwickeln, aufzubauen und zu bespielen? Kennst du dich bei TikTok, Snapchat und/oder Mastodon etc. oder anderen aus und magst du dein Wissen und Können einbringen?
Dann suchen wir genau DICH!
Melde dich im Slack-Channel
#soziale_medien
oder per Mail an
info@radentscheid-essen.de
und wir klären alles weitere!
Wir freuen uns auf DICH!
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Wer steht hinter dem RadEntscheid? Wie steht der RadEntscheid zu den politischen Parteien? Was kostet eine bessere Infrastruktur? Wie kann ich beim RadEntscheid mithelfen? Antworten auf diese und auf weitere Fragen findest du auf
radentscheid-essen.de/ree-faq/
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Kommende Termine: Hier triffst du den RadEntscheid
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22.01. / 20:15 Uhr / Bezirkstreffen Bezirke 1 & 7 (4. Do. d. Monats / nur nach Bedarf) / VUZ, Rottstraße 5
27.01. / 20:00 Uhr / Bezirkstreffen Bezirk 4 (4. Di. d. Monats) – falls Bedarf
03.02. / 19:30 Uhr / Bezirkstreffen Bezirk 2 (1. Di. d. Monats)
05.02. / 19:00-21:00 Uhr /
Offenes RadEntscheid-Treffen
(1. Do. d. Monats) / VUZ, Rottstraße 5
11.02. / 20:00 Uhr / Bezirkstreffen Bezirk 8 / (2. Mi. d. Monats / nur nach Bedarf)
12.02. / 19:30 Uhr / Bezirkstreffen Bezirke 5 & 6 (2. Do, alle geraden Monate) / WerkStadt, Viktoriastr. 4
13.02. / 19:00 Uhr /
172. Critical Mass Essen
(2. Fr. d. Monats) / Willy-Brandt-Platz
Save the date:
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26.02.-01.03. /
Fahrrad Essen
/ Messe Essen
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26.02. /
AGFS-Fachtagung
/ Messe Essen
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14.03. /
Fahrradkino
/ PACT-WerkStadt Katernberg
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19.-21.03. /
ICFF Filmfestival
/ Flottmannhallen Herne
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20.-22.03. /
Messe Cycling World Düsseldorf
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17.-19.04. /
E-Bike Festival Dortmund
/ Reinoldikirche
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02.-22.05. /
Stadtradeln
/ Essen
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03.05. /
Fahrradsternfahrt.NRW
/ Düsseldorf
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09.05. /
Nachhaltigkeits-Radtour Süd
/ Essen, WBP
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04.07. /
Fahrradsternfahrt.RUHR
/ Duisburg
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11.07. /
Gutes-Klima-Festival
/ Zeche Carl Altenessen
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16.-22.09. /
Europäische Mobilitätswoche
/ europaweit
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18.09. /
Park(ing)-Day
/ Gemarkenstraße Holsterhausen
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18.09. /
Nachhaltigkeits-Radtour Nord
/ Essen, WBP
Alle unsere Termine findest du auf unserer Website unter
radentscheid-essen.de/termine
. Zu welchem Bezirk dein Stadtteil gehört, erfährst du auf
radentscheid-essen.de/bezirksgruppen
. Und wenn du an einem Online-Treffen teilnehmen willst, schreib uns gern eine Mail an
info@radentscheid-essen.de
, um den Zugangslink zu erhalten.
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Du hast dich gerade erst zum Newsletter angemeldet und willst wissen, was bisher geschah? Auf unserer Website findest du unser
Newsletterarchiv
, wo du auch die Neuigkeiten der letzten Monate gebündelt nachlesen kannst.
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Was ist der RadEntscheid?
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Der RadEntscheid Essen ist ein erfolgreiches Bürger*innenbegehren für eine verbesserte Radinfrastruktur in unserer Stadt. Nach unserer Formulierung konkreter Forderungen und deren Kostenschätzung durch die Stadtverwaltung konnte die Unterschriftensammlung am 15. Mai 2020 starten. Es mussten mindestens drei Prozent der wahlberechtigten Essener*innen ab 16 Jahren diese Forderungen unterschreiben, also 13.800.
Das haben wir mit 23.693 Unterschriften deutlich übertroffen, die wir am 24. August 2020 mit zusätzlich 568 Unterschriften von Kindern und Jugendlichen U16 an Oberbürgermeister Thomas Kufen übergeben haben. Am 26. August 2020 hat dann der Rat der Stadt Essen mit großer Mehrheit entschieden, unsere Forderungen vollumfänglich und im Wortlaut anzunehmen. Am 24. Dezember 2020 haben wir die Zählung bei 25.014 Unterschriften abgeschlossen. Damit ist unsere Arbeit aber nicht getan. Wir befinden uns nun in einer neun Jahre langen Umsetzungsphase, in der wir uns an konkreten Stellen für fahrradfreundliche Infrastruktur in Essen einsetzen. Dafür haben wir unsere Strukturen zum RadEntscheid 2.0 umgebaut und freuen uns über viele helfende Hände, Ideen und Beiträge in den Bezirksgruppen und AGs.
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