Als Wissenschaftler habe ich mein Leben lang gelernt, Zusammenhänge zu betrachten und Entscheidungen auf Basis von Fakten zu treffen. Der Ausbau des Radverkehrs gehört für mich zu den wirksamsten Maßnahmen für eine lebenswerte, klimafreundliche und gesunde Zukunft. Jeder Weg, der mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, spart Ressourcen, reduziert Emissionen und schafft mehr Raum für Menschen statt für Verkehr.

Gerade in Essen zeigt sich, wie dringend ein Umdenken notwendig ist. Über Jahrzehnte wurde die Stadt vor allem auf die Bedürfnisse des Autoverkehrs ausgerichtet. Die Folgen sind vielerorts spürbar: hohe Verkehrsbelastung, Lärm, Flächenverbrauch und eine eingeschränkte Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Gleichzeitig stehen wir vor den Herausforderungen des Klimawandels und müssen unsere Städte widerstandsfähiger und lebenswerter gestalten.

Gute Radinfrastruktur ist deshalb kein Nischenthema, sondern ein wichtiger Baustein moderner Stadt- und Verkehrspolitik. Sichere, durchgängige und komfortable Radwege ermöglichen es Menschen jeden Alters, alltägliche Wege klimafreundlich zurückzulegen. Davon profitieren nicht nur Radfahrende, sondern die gesamte Stadtgesellschaft: durch sauberere Luft, weniger Staus, mehr Bewegung und eine höhere Lebensqualität. Essen hat das Potenzial, sich von einer autogeprägten Stadt zu einer Stadt zu entwickeln, in der nachhaltige Mobilität selbstverständlich ist. Diesen Weg sollten wir entschlossen weitergehen.

Foto: Christopher Mick, Essen

Kategorien: Das Team

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