Du bist zu Fuß unterwegs?
Darum geht der Bürger*innenentscheid auch Dich an: Die neuen Leitlinien sehen vor, dass der gesamte Raum, der heute von Autos genutzt wird, genau so erhalten bleibt. Ausnahmen sind nur einzelne kleine Anpassungen um Unfälle zu vermeiden. Das Autoparken soll auch auf Gehwegen unangetastet bleiben.
Wir wollen: Breite Gehwege ohne Autos
Dort, wo Autos heute auf Gehwegen parken, soll das akzeptiert und wie ein offiziell angelegter Parkplatz geduldet werden. In Planungen muss der Gehweg also entweder so schmal bleiben, wie er heute schon durch falsch geparkte Autos ist, oder aber es müssen neue Parkplätze geschaffen werden. Das geht nur, wenn es freie Grundstücke in der Nähe gibt und sie für viel Geld gekauft und umgebaut werden.
Wir wollen: Zukunftssicheren Lebensraum und ein gutes Wohnumfeld
Wenn keine Flächen anders benutzt werden dürfen, auf denen heute Autos stehen oder fahren, bleibt
- kein Platz für breitere Gehwege für angenehmes Gehen, Spielen, Begegnungen
- kein Platz für Bänke für Erholung, Genießen, Treffen, Lesen
- kein Platz für Begrünung für Schatten, Kühle, Verdunstung, Schönheit
- kein Platz für Regenwasserbewirtschaftung für Klimaresilienz und gegen Überflutungen.
Das ist vor allem in den dicht bebauten Gebieten kritisch, die schon heute so heiß werden, dass kaum mehr ein Aufenthalt im Freien möglich ist. Wir benötigen Begegnungsräume, um nicht zu vereinsamen.
Wir wollen: Sichere und ruhige Wohngebiete
Autoverkehr darf nach den neuen Leitlinien nicht reguliert werden – das wäre aber zum Beispiel für Fahrradstraßen wichtig. Denn: Erst durch wenig Autoverkehr werden Fahrradstraßen sicher. Gleichzeitig werden Wohngebiete ruhiger, wenn weniger Autos hindurch fahren. Das hieße: mehr Ruhe, bessere Luft, Platz für Nachbarschaft. Spielen auf der Straße wäre wieder möglich. Kinder könnten vor der Haustür Fahrradfahren lernen, was heute oft nur auf Supermarktparkplätzen, Schulhöfen oder in Parks möglich ist. Auch Ruhe und gute Luft finden wir heute häufig nur noch dort. Jedoch ist der Weg dorthin wiederum mit Autos belastet. Natürlich könnte der Autoverkehr auch ohne Fahrradstraßen reguliert werden – dazu schreiben die Leitlinien aber nichts vor.
Wir wollen: Korrekte Anwendung der gültigen Richtlinien
In der Verkehrsplanung muss der Fußverkehr nach aktuellen Richtlinien an Nummer 1 stehen. Erst danach kommen Radverkehr, ÖPNV und Autoverkehr. Die neuen Leitlinien drehen die Reihenfolge um und stellen den Autoverkehr an Nummer 1. Danach folgen ÖPNV und Radverkehr. Zum Fußverkehr werden gar keine eigenen Aussagen getroffen, er wird also gar nicht ausdrücklich mitgedacht.
Fußverkehr muss die Nummer 1 bleiben und besonders geschützt werden. Dazu tragen gute Radwege bei, weil sich heute viele Menschen nicht trauen, auf der Fahrbahn zu fahren und dann – verbotenerweise – auf die Gehwege ausweichen. Mit guten Radwegen wird der Gehweg sicherer für alle, die zu Fuß oder im Rollstuhl unterwegs sind.
Wir wollen: Korrekte und ehrliche Statistiken
Zuletzt trickst die Koalition aus CDU und SPD und findet es gleich gut, wenn Schulkinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden anstatt zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren, obwohl Elterntaxis vor Schulen problematisch bis gefährlich sind. Bei den nächsten Auswertungen zum Verkehr soll die Mitfahrt im Auto – also auch das Elterntaxi – genauso zählen wie Radfahrten, Busfahrten oder Zufußgehen. So soll ein Teil der Autofahrten einfach dem Umweltverbund zugerechnet werden, damit letzten Endes weniger für eine gerechtere Mobilität getan werden muss – und damit auch für alle, die zu Fuß unterwegs sind.